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Warnstreiks an Unikliniken ab Montag

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Warnstreiks an Unikliniken ab Montag

Klinikvorstand in Ulm verhindert Einigung bei Notdienstverhandlungen
Uniklinik Freiburg: Warnstreik am 30.11.2022 ver.di Warnstreiks an Unikliniken ab Montag  – Klinikvorstand in Ulm verhindert Einigung bei Notdienstverhandlungen


Am Montag, 28.November, beginnt an den vier Universitätskliniken ein viertägiger Warnstreik, um die Arbeitgeber vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde am 1.Dezember zu einem Angebot zu bewegen, das der erheblichen Belastung der Beschäftigten durch die Inflation gerecht wird.

An den Standorten Freiburg, Tübingen und Heidelberg wurden dazu, wie bereits in der ersten Streikwelle, Notdienstvereinbarungen abgeschlossen, die die Einrichtung eines Notdienstes sicherstellen, aber auch den Beschäftigten die Ausübung des Streikrechts ermöglichen sollen.

Vom 21.November bis einschließlich 24.November hat ver.di auch mit der Klinikleitung in Ulm über die Ausgestaltung der Notdienste am Standort verhandelt. Der Klinikvorstand hat über die immer restriktivere Ausgestaltung der Notdienste eine Weiterverhandlung unmöglich gemacht.

Jonas Schamburek, Gewerkschaftssekretär bei ver.di in Ulm und Mitglied im örtlichen Verhandlungsteam: „Klar ist, dass der Notdienst von uns trotz des Scheiterns der Verhandlungen während des gesamten Warnstreiks sichergestellt wird. Wir sind in ständigem Austausch mit den Beschäftigten auf den Stationen und Bereichen, um dies zu gewährleisten. So sind wir in der Lage auch kurzfristig zu reagieren, was wir beim vergangenen Warnstreik im Oktober bereits gezeigt haben. Leider mussten wir in den Verhandlungen einen Klinikvorstand erleben, der über die Ausgestaltung der Notdienste versucht hat, das Recht auf Streik für über 300 streikwillige Beschäftigte unverhältnismäßig einzuschränken. Weitere Verhandlungen sind deshalb nicht möglich. Daher errichten wir jetzt einseitig einen Notdienst und kommen so unserer Verantwortung auf eine sichere Streikdurchführung nach.“

ver.di hatte nach der ersten Verhandlungsrunde am 11.Oktober die Arbeitgeber aufgefordert, ihr Angebot in Höhe und Struktur deutlich zu verbessern. In zwei- bis dreitägigen Arbeitsniederlegungen an allen Standorten traten über 2.300 streikende Beschäftigte für frühere und höhere Entgeltsteigerungen ein. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber stattdessen eine tabellenwirksame Erhöhung noch weiter nach hinten verschoben, inzwischen auf Juli 2024.

„Das Angebot der Arbeitgeber bedeutet einen erheblichen Reallohnverlust für die Beschäftigten. Die letzte Erhöhung der Tabellenentgelte gab es im Februar 2021 und seither ist die Inflation steil angestiegen. Einmalzahlungen sind da nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, auch wenn sie derzeit netto ausgezahlt werden können,“ so Irene Gölz, ver.di Verhandlungsführerin:

„Wir erwarten am 1. Dezember endlich ernsthafte Verhandlungen über angemessene Entgeltsteigerungen zu einem akzeptablen Zeitpunkt. Wenn die Arbeitgeber weiter ihre Angebotspolitik am Kernproblem vorbei ausrichten, ist eine Einigung nicht möglich und es droht ein Scheitern der Verhandlungen.“

ver.di ruft ab Montag an allen Standorten bis einschließlich 1.Dezember zum Warnstreik auf.

Gölz: „Die Beschäftigten erwarten ein deutlich verbessertes Angebot ihrer Arbeitgeber. Auf den Stationen und Bereichen gibt es eine sehr hohe Streikbereitschaft. Überraschend viele Beschäftigte haben sich in den vergangenen Wochen neu in ver.di organisiert.“

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